Aktuelles

In dieser Rubrik veröffentlichen wir wichtige Ereignisse, Erfolge, Veranstaltungen und sonstige Highlights aus unserer Vereinsarbeit. Wenn ihr euch schnell einen Überblick darüber, was wir so tun, verschaffen wollt, seid ihr hier richtig!

Ihr wollt noch mehr wissen? Dann lest doch unser Tagebuch!

 

*** August 2018 ***

(25.08.2018) Tierheim des Monats - Ankunft der Spenden in Spanien

Das viele Futter, das von euch über den Tierschutz-Shop gespendet wurde, ist endlich in der Protectora Villena angekommen. Die Freude der spanischen Tierschützer war riesig, als der LKW die Plane zur Seite zog und alle sehen konnten, dass die Ladefläche komplett voll war.

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Palettenweise Hunde- und Katzenfutter, alles wurde abgeladen und verschwand im Lager. Gleich darauf wurden alle Näpfe gefüllt und ab heute gehört der Hunger erstmal der Vergangenheit an. Mit etwas Glück wird das von euch gespendete Futter bis Ende Januar reichen. Das ist ein wirklicher Grund zur Freude und deshalb möchten wir uns auch im Namen unserer spanischen Tierschutz-Kollegen nochmal ganz herzlich bei allen, die die Aktion unterstützt haben, bedanken. Am Beispiel dieser riesigen Futterspende sieht man mal, was man alles erreichen kann, wenn alle zusammenarbeiten! Diese Aktion war ein gigantischer Erfolg!

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(11.08.2018) Unser Stand auf dem Agility-Turnier der Hundesportfreunde Gensingen

Das Agility-Turnier der Hundesportfreunde Gensingen war wirklich toll! So viele Hunde, die total begeistert bei der Sache sind, habe ich selten gesehen. Wir hatten erwartet, dass sehr viele Border-Collies kommen würden, aber es waren zum Beispiel auch Pudel, Shelties, Jack-Russel-Terrier und jede Menge wunderschöner Mischlinge dabei. Sie alle haben den Parcour mit großem Eifer und viel Spaß durchlaufen. Mit Frieda war sogar ein Hundchen der Tierhilfe Phönix am Start. Das Wetter war großartig, die Verpflegung hätte nicht besser sein können und so haben sich auch unsere ehrenamtlichen Helfer in unserem Stand wohlgefühlt. Ein ganz herzliches Dankeschön geht an Gabi und Andy, Conny, Petra, Beate und Heike. Ihr habt unseren Verein wunderbar vorgestellt und die Chance genutzt, die Tierhilfe Phönix auch bei den Hundesportlern noch etwas bekannter zu machen!

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*** Juli 2018 ***

(22.07.2018) Plakat-Aktion: Hitzschlag beim Hund

Da wir ständig von Hunden hören, die in aufgeheizten Autos umgekommen sind, haben wir das Wochenende genutzt, um ein DIN-A3-Plakat zu erstellen, dass vor den Gefahren warnt und in den nächsten Tagen großflächig in Geschäften verteilt werden soll. Gut sichtbar in einer Fensterscheibe aufgehängt, kann es vielleicht helfen, Leben zu retten. Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn ihr uns bei der Verteilung behilflich sein könntet. Gerne können die Plakate auch mit einem frankierten DIN-A4-Umschlag bei uns angefordert werden.

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(02.07.2018) Tierheim des Monats

Wir sind beim Tierschutz-Shop das "Tierheim des Monats" im Juli! Seit November 2017 sind wir beim Tierschutz-Shop als Verein angemeldet. Spender können dort aus unserer Wunschliste auswählen, was sie spenden möchten. Die gespendeten Futtermengen werden Stück für Stück aufaddiert, bis zwei Paletten zusammengekommen sind. Diese werden dann, ebenfalls vom Tierschutz-Shop organisiert, in das Tierheim Villena versendet. Das spart uns sehr viel Arbeit, da wir keine Transporte für dieses Futter organisieren müssen. Das Gute ist, dass auf diese Weise auch kleinste Mengen gespendet werden können, ohne dass gleich teures Porto fällig wird.

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(27.05.2018) Spendentruck

Unser Spendentruck ist in Spanien angekommen. Das Futter wurde auf die Tierheime Ibi und Villena sowie an private Tierschützer verteilt. Alles war gut organisiert und schon kurz nach der Ankunft des Futters waren die ersten Transporter da, um das Futter abzuholen.

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Bärbel lebt in Spanien und kümmert sich seit einigen Jahren um die Logistik, sie kennt die Tierschützer und die Tierheime, die von uns Futter erhalten, sie kontrolliert und organisiert die Verteilung und Abholung. Ganz herzlichen Dank dafür!

Unsere liebe Freundin und Pflegestelle Katja, die in Spanien lebt, hat schon eine e-Mail geschrieben, die ich euch nicht vorenthalten will:

"Liebe Edith,

eigentlich kann ich gar nichts schreiben, weil ich immer noch sprachlos bin  ....  es war soooo viel was heute aus dem LKW auftauchte, dass ich und bestimmt auch alle anderen, die vor Ort waren, absolut überwältigt und mit einem Dauerlächeln im Gesicht staunten! Geschafft vom Verladen der vielen tollen Spenden, aber extremst glücklich und immer noch Dauerlächelnd konnten schon 2 Stunden nach Eintreffen des Spendentransports die ersten Fahrzeuge ihren Heimweg antreten. Ich bin mir sicher, dass mittlerweile schon viele Hunde und Katzen mit vollen Bäuchlein schlafen und die Helfer glücklich diesen tollen Tag beenden.

Mir zumindest geht es so und die ersten Dosen Katzenfutter habe ich gleich auf der Rückfahrt an 3 Futterstellen verteilt. Wie ihr das neben den ganzen vielen anderen Sachen, die ihr täglich auf die Beine stellt, erledigt, organisiert u.v.a.m. schafft, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben.

Die richtigen Worte finde ich irgendwie auch nicht um auszudrücken, was ich fühle und muss mich deswegen auf heart Vielen lieben Dank heart beschränken.

LG Katja, Moni und die Fellnasen"

Wir freuen uns sehr, dass wir helfen können, den armen hungernden Tieren die Bäuchlein zu füllen und wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die die Tierhilfe Phönix e.V. unterstützen. Das jetzt in Spanien angekommene Futter war eine Großspende eines Futterherstellers und ohne eure Unterstützung hätten wir die Fracht nicht bezahlen können. Unsere Feste, Märkte und sonstigen Events tragen dazu bei, diese Kosten aufzubringen. Es wird Futter zugekauft, transportiert, es werden Kastrationen bezahlt und die Tierheime sowie auch kleine Tierschutz-Organisationen werden da unterstützt, wo es am dringensten ist. Seit vielen Jahren sponsern wir auch ehrenamtliche Helfer, sie werden genauso mit Tierfutter bedacht wie die großen Tierheime. Ihr Engagement entlastet die sowieso schon übervollen Protectoras enorm. Ihre Arbeit ist pures Herzblut und verhindert viele Tötungen.

In den letzten beiden Jahren ist die Spendenbereitschaft der Futterhersteller massiv zurückgegangen. Noch vor 3 - 4 Jahren konnten wir mindestens drei 40-Tonner pro Jahr nach Spanien fahren lassen. Im Augenblick sind wir froh und dankbar, wenn es ein komplett voller Zug ist. Mit dem Tierschutz-Shop haben wir zwar eine Alternative gefunden, aber wir können bei weitem nicht mehr die Hilfe leisten, die in den letzten Jahren die Tiere am Leben gehalten hat und so dringend benötigt wird. Unsere Spendenaufrufe sind häufiger geworden und das, was früher die Industrie gespendet hat, müssten jetzt private Spender aufbringen. Dass das nicht klappen kann, ist nachvollziehbar. Trotzdem geben wir nicht auf und versuchen alles, um genügend Futter für unsere Schützlinge zu bekommen. Wer einmal ein Tierheim voll mit verhungenden Tieren gesehen hat, vergisst das nie wieder. Deshalb werden wir auch weiterhin darum bitten, Futter über den Tierschutz-Shop zu spenden und natürlich werden wir auch zukünftig mit unseren Festen versuchen, das Geld für Kastrationen und Futtertransporte nach Spanien zusammen zu bekommen.

Jeder, der uns dabei hilft, rettet Leben!

 

(26.04.2018) Frühlingsfest

Unser Frühlingsfest war einfach herrlich, wir hatten tolles Wetter und ganz viele Besucher, die mit ihren Vierbeinern einen wunderbaren Tag bei uns verbrachten. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt und in unserem Kühlwagen standen die unterschiedlichsten eiskalten Getränke bereit. Alle Sorgen, dass unser Fest buchstäblich ins Wasser fallen könnte, waren vergessen, der Himmel war strahlend blau und so blieb es auch den ganzen Tag. Wir hatten Zelte und Sonnenschirme aufgebaut, die Hunde hatten Wassermuscheln, um sich abzukühlen und den ganzen Tag über ging ein laues Lüftchen. Es war einfach perfekt!

Wir möchten uns ganz herzlich bei unseren fleißigen Helfern bedanken, die schon Tage zuvor mitgeholfen haben alles vorzubereiten, zu verpacken und letztendlich auch heute mit unglaublichem Einsatz dabei waren. Ohne sie wäre ein Fest in dieser Größenordnung nicht mehr zu stemmen. Wir sind sehr glücklich und dankbar, dass wir im Laufe der Jahre ein so tolles Team geworden sind und die Zusammenarbeit ohne viele Worte einwandfrei klappt. Das ist nicht selbstverständlich und deshalb an dieser Stelle nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an alle Helfer, Salat- und Kuchenspender, Unterstützer und Gönner!

In jedem Jahr sind die Feste der Tierhilfe Phönix die größten Events, die wir veranstalten. Es ist wunderbar, die ganzen glücklich vermittelten Hunde wiederzusehen und von den Haltern zu hören, wie sie sich ihre Goldstücke entwickelt haben. Die Pflegestellen freuen sich über ihre 'Ehemaligen' und nutzen die Chance, um auch ihre jetzigen Pflegehunde vorzustellen.  Uns alle eint die Tierliebe und so sind sich unsere Besucher, auch wenn sie sich noch gar nicht kennen, doch nicht fremd. Es wurde erzählt, gelacht, gut gegessen und getrunken - alle hatte ihren Spaß und haben viele neue Eindrucke mit nach Hause nehmen können! Wer schon öfter auf unseren Festen war, weiß, dass alle Hunde frei laufen dürfen. Besucher, die das noch nicht gesehen haben, sind immer wieder erstaunt, wie gut sich alle unsere Hunde benehmen und dass man sie völlig problemlos von der Leine machen kann. Wir hatten gestern erstmalig einen Vertreter unserer Ortsgemeinde zu Gast. Ich denke, dass unsere Hunde auch bei ihm einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben und vielleicht macht man sich ja doch noch einmal Gedanken über einen Hundeplatz in Armsheim.

Wieviel Spaß die Arbeit mit den Hunden machen kann, zeigten uns die Hundesportfreunde aus Gensingen, ihre Vorführung war einfach toll und hat uns alle motiviert. Ganz herzlichen Dank dafür!

Ich denke, dass unser Frühlingsfest all unseren Gästen genausoviel Spaß gemacht hat wie uns, dass alle einen glücklichen Tag hatten, die Hunde abends müde und zufrieden in ihren Körbchen lagen und Herrchen und Frauchen sich gerne an diesen schönen Tag erinnern werden. Viele lachende und gut gelaunte Gesichter haben uns das Gefühl gegeben, dass ihr Freude an den vielen schönen Ständen hattet, vielleicht konntet ihr euch mit neuen Brustgeschirren und Leinen für die Lieblinge eindecken, Kunsthandwerk bestaunen oder ihr habt am Tombolastand etwas gewonnen. Bestimmt war für jeden etwas dabei. Danke, dass ihr unsere Tierschutzarbeit unterstützt, bleibt uns treu, wir freuen uns, euch und eure Vierbeiner zu unserem nächsten Fest wieder begrüßen zu dürfen!

Für das ganze Team der Tierhilfe Phönix e.V.

Edith und Uwe

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*** April 2018 ***

(29.04.2018) Lucky - II

Es ist kaum zu glauben, aber wir haben ein ganz tolles Zuhause für unser Opilein gefunden. Lucky hat mit 15 Jahren nochmal das große Los gezogen und lebt jetzt mit einem anderen Yorki-Mix bei einer ganz besonders tierlieben Familie in Wörrstadt. Wir freuen uns riesig und bedanken uns bei allen die, dem Wicht ganz feste die Daumen gedrückt haben!

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(27.+ 28.04.2018) Schwan in Not

Wir fuhren in Bad Kreuznach noch die letzten Tombolapreise in unser Lager und wollten für das Wochenende noch schnell einkaufen, als ich kurz vor der Rumpf-Mühle plötzlich einen Schwan auf einem gezackerten Feld neben der Straße sitzen sah. Der Acker war wohl vor dem Winter grob gepflügt worden und die Schollen lagen wild durcheinander. Ich fragte mich, wieso ein Schwan dort landen sollte und auch weshalb er alleine dort saß. Schwäne sind gesellige Tiere und eigentlich nie alleine. Um auszuschließen, dass das Tier verletzt ist, hielten wir an und versuchten, über die Schollen zu dem Schwan zu kommen. Ein Unterfangen, was sich als ausgesprochen schwierig erwies und Potential für Beinbrüche hatte. Der große Vogel blieb erstmal sitzen und so konnten wir sehen, dass er ein Jungschwan mit noch nicht ganz weißem Gefieder war. Als er sich aufrichtete, sahen wir, dass er recht mager und so schwach war, dass er nicht einmal mehr fauchen konnte. Uwe hatte ihn mit wenigen Schritten erreicht und mutig eingefangen. Obwohl er nicht besonders wehrhaft war - ein Schwan ist sehr groß und schwer. Bis das Federvieh im Auto war, war Uwe schon ganz schön am stöhnen und auf dem Weg in die Tierklinik in Bretzenheim entschied der Schwan dann, dass Autofahren ihm keinen Spaß machte und er auch nicht am Hals festgehalten werden wollte. Mittlerweile hatte Uwe Schweißausbrüche und wir hofften, dass man uns den Riesenvogel in der Tierklinik schnell abnehmen würde. Die Herrschaften dort waren allerdings mit einem Schwan komplett überfragt und mussten sich erst Rat bei Kollegen in Koblenz holen. Uwe ermattete mit seiner schweren Fracht zusehens. Der Schwan, für den wir erstmal Wasser erbeten hatten, trank währenddessen gierig. Er musste wohl schon länger Durst gelitten haben und tat uns furchbar leid.

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Es dauerte fast 40 Minuten, bis der Schwan endlich aufgenommen und Uwe von dem Gewicht befreit wurde. Am darauffolgenden Tag sollte der Schwan dann von Bad Kreuznach nach Koblenz gebracht werden, denn dort soll man sich mit Schwänen auskennen und sich fachgerecht um ihn kümmern können.

Die Sache hat uns aber keine Ruhe gelassen und wir dachten, dass es bestimmt auch in unserer Nähe Fachleute für große Wildvögel geben muss. Also haben wir in der Wildvogel-Auffangstation Nonnenhof in Bobenheim-Roxheim angerufen. Wir hatten dort schon Greife abgeliefert und waren ganz glücklich, dass man sich auch mit Schwänen bestens auskannte. Die nette Vogelexpertin erklärte uns, dass ein Schwan, der neben einer Straße gefunden wurde, beim Landeanflug auf der gegenüberliegenden Wiese wahrscheinlich in den Luftstrom eines LKWs geraten und so abgestürzt war. So etwas ist nicht ungewöhnlich. Glücklicherweise war unser Schwan ohne Flügelbruch davongekommen, allerdings war er recht schwach und zudem konnte er auf dem grob gepflügten Acker nicht abstarten, deshalb war er auch noch von seiner Familie getrennt worden. Man empfahl uns, den Vogel eine Nacht in der Klinik ausruhen zu lassen und ihn keinesfalls nach Koblenz zu transportieren. Schwäne können ohne ihre Familie und Partner nicht überleben, das heißt, sie können auch nicht an anderer Stelle ausgewildert werden. Wir entschieden uns also, den Schwan am Samstag morgen direkt wieder aus der Klinik zu holen und an die Nahe zu bringen. Die Abholung gestaltete sich recht unkompliziert, allerdings wollte niemand aus der Tierklinik den mittlerweile wieder zu Kräften gekommenen und gefährlich fauchenden Riesenvogel einfangen. Uwe, der ja schon Erfahrung damit hat :), schnappte ihn schnell und hievte ihn in den Bus, fünf Minuten später schwamm der Schwan schon wieder im Wasser.

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Für das 'Federvieh' ist dieses Abenteuer nochmal gut ausgegangen. Wir freuen uns, dass wir den Burschen in dem Acker überhaupt gesehen haben und ihm helfen konnten. Wahrscheinlich wäre er dort verdurstet. Jetzt hat er ein langes Schwanenleben vor sich und wir drücken ihm die Daumen, dass er in Zukunft mehr Abstand zu den LKWs halten kann und nicht wieder eine Notlandung neben einer Straße hinlegt. Dann kann er nämlich sogar weit über 20 Jahre alt werden!

Wir bedanken uns nochmal herzlich bei der Wildvogel-Auffangstation Nonnenhof, wo man uns wertvolle Informationen zum richtigen Umgang mit dem Schwan geben konnte!

 

(27.04.2018) Lucky - I

Eigentlich hatten wir für heute ganz andere Pläne, aber am Ende haben wir nichts von dem, was wir uns vorgenommen hatten, gemacht. Es kam alles ganz anders. Zuerst rief ein Herr aus dem Nachbardorf an, er erzählte uns, dass ein 15 Jahre alter kleiner Mischling nach der Krankenhauseinweisung seines Besitzers alleine im Haus zurückgeblieben sei. In der Familie gab es keinen, der sich um das Hundchen hätte kümmern können und so suchte man nun Hilfe bei uns. Wir fuhren zur angegebenen Adresse und fanden in einem unglaublich verwahrlosten Haus einen kleinen, abgemagerten und vor Flöhen strotzenden Hund, den wir umgehend in ein Tuch packten und ihn zum Tierarzt brachten. Das Kerlchen hatte einen unbehandelten Herzfehler, die Krallen waren so lang, dass sie zum Teil schon gerollt und in die Ballen eingewachsen waren, der Flohzirkus hatte auf dem Hund zu einer Hautentzündung geführt und die stinkenden Zähne müssen, nachdem das Herzmedikament angeschlagen hat, sofort saniert werden. Das Fell war verfilzt und fettig und ein Impfbuch konnte nicht gefunden werden. Wir haben in Deutschland selten einen Hund in einem solchen Zustand gesehen und sind natürlich entsetzt darüber, dass so etwas praktisch vor unserer Haustür passiert und wir erst gerufen werden, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Wir haben das arme Würstchen jetzt Lucky genannt und können uns gar nicht genug bei unserer Pflegestelle bedanken, die den Wicht erstmal aufgenommen hat, ihn badete, die Flöhe beseitigte, die Krallen kürzte und das verfilzte Fellchen wieder in Form brachte.

Nun suchen wir ganz dringend eine Dauerpflegestelle für den armen Jungen. Für die Zeit, die ihm noch bleibt, soll er es gut haben und beschützt in einer liebevollen Umgebung leben dürfen. Die Kosten dafür werden von uns übernommen. Lucky ist ein liebes Hundchen, dass sich nichts mehr als streichelnde Hände und ein weiches Plätzchen wünscht. Der kleine Mann ist noch gut zu Fuß und hat es wirklich verdient, dass ihn endlich mal jemand verwöhnt. Wir hoffen sehr, dass sich jemand in das Kerlchen verliebt und ihm ein Zuhause gibt. Alt werden wir alle mal und niemand hat es verdient, so leben zu müssen wie Lucky und sein ehemaliges Herrchen...

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(26.04.2018) Spenden für Spanien

Nachdem wir über den Winter die ganzen Spenden für unseren nächsten Hilfstransport nach Spanien in der Garage gehortet haben, hat Uwe gestern unseren Bus und den Anhänger voll gepackt und ich habe alles zu Andy ins Lager gebracht. Es ist im Augenblick eine furchtbare Quälerei, die Strecke nach Heilbronn zu fahren. Ich habe fast 4 Stunden gebraucht, bis ich dort war. Baustellen und Staus wechseln sich ab und ich bin selten schneller als 80 km/h gefahren. Der Rückweg dauerte dann nochmal 3 Stunden. Fast unglaublich, aber auf den Hinweisschildern stand, dass die Bauarbeiten zum Teil noch bis 2019 andauern werden und ich glaube nicht, dass ich in der nächsten Zeit diese Strecke nochmal fahren werde. Auf jeden Fall ist jetzt alles abgeliefert und von unserer Seite aus ist der Transport jetzt voll. Von den 32 Palettenstellplätzen sind 16 für die Tierhilfe Phönix. Mit 14 Paletten Futter und 2 Paletten Decken, Körbchen usw. passt jetzt von uns nichts mehr mit rein. Andy hat die andere Hälfte des Trucks aufgefüllt und nun warten wir, dass er die Zeit findet, alle Spenden für die Protectoras Villena und Ibi nach Spanien zu fahren. Vielen Dank für eure Hilfe und natürlich ganz herzlichen Dank an den Futterhersteller (der leider nicht genannt werden möchte). So große Spenden sind wirklich sehr selten und wir sind mehr als froh, dass wir fast einen halben LKW voll mit Hunde- und Katzenfutter gespendet bekommen haben.

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(23.04.2018) Einfahrtstor für die Wiese

Nachdem wir uns fast ein Jahr lang mit einem Provisorium herumgequält haben, haben wir seit heute ein tolles großes Einfahrtstor an unserer Wiese. Es hat etwas gedauert, aber jetzt ist endlich alles perfekt!

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(21. + 22.04.2018) Markt in Monsheim

Der Markt in Monsheim hat prima geklappt. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr war es extrem heiß, die Sonne brannte unbarmherzig in unser Zelt und vielen Besuchern war die Hitze wohl zu viel - sie blieben zuhause. Trotzdem können wir uns nicht beschweren, wir konnten mit vielen Menschen sprechen, die sich für unsere Tierschutzarbeit interessierten und manch ein Besucher war sogar extra wegen uns gekommen. Ich kann mich gar nicht genug bei allen Helfern bedanken, ohne sie wäre eine Markt in dieser Größenordnung überhaupt nicht möglich. Alle haben mit ganz viel Herzblut am Erfolg unserer beiden Markttage gearbeitet. Es wurden tolle Gespräche geführt und viele schöne selbstgemachte Dinge verkauft.

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(13.04.2018) Vereins-Stammtisch

Unser Vereinstreffen war einfach toll, so viele gleichgesinnte, nette Menschen an einem Tisch, das hat man selten. Unser ehemals kleines Grüppchen wird immer größer und so kommen auch immer mehr tolle kreative Ideen für die gute Sache zusammen. Dass wir so viele Talente in unserem Verein haben, wussten wir vorher gar nicht. Mittlerweile schaffen wir es locker, unseren Stand bei Lebenslust & KunstGenuss komplett mit selbstgemachten Dingen auszustatten. Wir haben wichtige Vereinsdinge besprochen, uns neue Ideen gemeinsam durch die Köpfe gehen lassen und natürlich gut gegessen und Spaß gehabt. Für unser Frühlingsfest konnten alle wichtigen Dinge geklärt werden und auch für unseren Markt in Monsheim dürfte es keine offenen Fragen mehr geben. Uwe und ich waren erst weit nach 24 Uhr daheim und wir sind gleich ins Bett gefallen!

 

(11.04.2018) Futterspenden in Spanien angekommen

Dass unsere Hilfe ankommt, könnt ihr euch auf den Bildern ansehen, die heute in der Protectora Villena gemacht wurden. Die drei Paletten Hunde- und Katzenfutter für die hungrigen Tiere in der Protectora sind angekommen! All dieses Futter, dass jetzt die kleinen Bäuchlein füllt, wurde von euch gespendet. Das ist einfach großartig und alle, die sich an der Aktion beteiligt haben, können stolz auf sich sein!

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*** März 2018 ***

(27.03.2018) Tierschutz-Shop

Seit heute sammeln wir wieder für den nächsten Spendentransport über den Tierschutz-Shop. Die ersten Futtersäcke sind schon wieder auf unserem Spendenkonto gutgeschrieben worden und so hoffen wir, dass innerhalb der nächsten 2-3 Monate wieder 3-4 Paletten Futter zusammenkommen und gleich darauf nach Spanien unterwegs sein werden. Ohne die Hilfe von Tierfreunden wird sich das riesige Futterproblem erstmal nicht lösen lassen. Ich hoffe, dass wir mit unserer Bitte um Futterspenden niemanden überfordern oder nerven, es ist ein ständig wiederkehrendes Problem, das jeden Tag mit Bitten aus Spanien untermauert wird. Solange wir noch die großen Spenden aus der Futtermittelindustrie bekommen haben, mussten wir als Verein nur für die Frachtkosten nach Spanien aufkommen. Jetzt sind diese Spenden extrem selten geworden und wir sind auf Organisationen angewiesen, die für Tierschutzvereine Futter sammeln und verschicken. Ich sehe auch, dass sich die Spendenlast jetzt verschoben hat, früher haben wir die Frachtkosten aus Mitgliedsbeiträgen und den Einnahmen der Märkte bezahlt, heute sollen alle Tierfreunde dafür aufkommen.

Es ist eine schlimme Erkenntnis, aber tatsächlich wird sich an der Situation wohl erstmal nichts mehr ändern. Wenn wir uns nicht alle gegen das Leiden der Tiere engagieren, wird ihnen niemand mehr helfen. Die Tierschutzvereine können das alleine nicht mehr leisten und auf die Gefahr hin, dass wir schrecklich nerven - wir müssen um Spenden bitten. Wir können das so dringend benötigte Futter nicht mehr aus Mitgliedsbeiträgen oder anderen kleinen Einnahmequellen bezahlen, sonst bleibt für andere Tierschutzaufgaben nichts mehr übrig. Die wichtigsten Events im Jahr sind für uns die Märkte in Monsheim und das Frühlings-und Herbstfest. Wir strengen uns dafür ganz besonders an, denn alle Einnahmen, die dort erwirtschaftet werden, gehen zu 100 % in unsere Vereinsarbeit und helfen uns, die Tierarztrechnungen zu bezahlen, Kastrationen machen zu lassen, Futter zu kaufen und natürlich auch wenigstens einen Spenden-Truck pro Jahr nach Spanien zu schicken. Wir sind froh, dass der Tierschutz-Shop auch Kleinspenden möglich macht. Ab 1,48 € kann man Futter für die Hunde und Katzen in Spanien spenden, das kann sich jeder leisten und so verteilt sich die Spendenlast auf viele Tierfreunde. Trotzdem ist es ein Armutszeugnis für alle Menschen, dass Tiere einen so geringen Stellenwert haben, dass man sie - weil einfach überzählig - in Tötungen steckt oder verhungern lässt. Dass manche Menschen dieses Leid gar nicht sehen oder achtlos vorbei gehen, kann ich nicht verstehen. Dieses Leid auch noch zu produzieren, halte ich nicht nur für unmenschlich, sondern das sollte überall strafrechtlich verfolgt werden.

 

(06.03.2018) Rottweiler - VIII

Wir möchten euch den Artikel, der heute in der Alzeyer Zeitung erschienen ist, nicht vorenthalten. Auch wenn wir dem armen, alten Rotti-Mädchen nicht mehr helfen konnten, so ist die Sache natürlich juristisch noch nicht zu Ende. Wie uns gesagt wurde, werden noch einige Anzeigen bei der Polizei eingehen und es gab erheblichen Unmut gegen das Veterinäramt. Ganz sicher wird uns diese Geschichte, obwohl das Hundchen schon nicht mehr lebt, noch länger beschäftigen. Viele unserer Bürger sind über die Äußerungen des Mitarbeiters vom Veterinäramt Alzey so entsetzt, dass sie uns mitteilten, dass sie den Landrat darüber unterrichten wollen. Unsere Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerde wird ebenfalls in den nächsten Tagen vorliegen.

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(Quelle: http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/alzey/alzey/alzey-haltungsbedingungen-einer-huendin-sorgen-fuer-diskussionen-und-anzeigen_18569328.htm)

 

(05.03.2018) Rottweiler - VII

Wie wir heute erfahren haben, ist das Rotti-Mädchen eingeschläfert worden. Bevor jetzt die Emotionen wieder hochkochen, sei dazu erklärt, dass es sich natürlich um eine medizinische Indikation handelte. Das Hundchen war alt und krank, es gab keine Möglichkeit, ihr noch zu helfen und deshalb wurde sie erlöst. Weder der Tierarzt noch die Eigentümer tragen schuld an einer unheilbaren Erkrankung. Man kann sich gewiss über Haltungsbedingungen streiten, man kann auch auf uns schimpfen und das Veterinäramt verantwortlich machen - das bleibt jedem selbst überlassen! Wir sind allerdings sehr dankbar, dass es die Möglichkeit der Euthanasie beim Tier gibt und die Eigentümer, nachdem der Tierarzt eine infauste Diagnose gestellt hatte, davon Gebrauch gemacht haben. So ist dem Mädchen ein schmerzhafter Tod erspart worden.

Sich jetzt noch über das Für und Wider zu streiten, ist müßig. Wir hoffen, dass es auf der anderen Seite so etwas wie eine grüne Wiese gibt und das Mädchen dort nun rennen darf...

 

(03.03.2018) Rottweiler - VI

Wir sind erschrocken darüber, dass es offensichtlich gewaltbereite Menschen gibt, die sich im Internet darüber austauschen, was mit Mitarbeitern des Veterinäramtes, des Tierschutzes und natürlich auch den Haltern des Rotti-Mädchens zu passieren habe, nur weil es mal nicht so läuft, wie man das gerne hätte. Wir arbeiten im Tierschutz, manchmal gehen wir Behördenvertretern deshalb mächtig auf die Nerven, wir gehen auch vor Gericht und tun alles, was rechtlich möglich ist, um Tieren zu helfen. Wir haben keine Angst zu streiten und wir kämpfen mit viel Leidenschaft für die gute Sache. Wir kämpfen mit juristischen Mitteln und erwarten auch, dass sich andere an die bestehenden Gesetze halten. Ich verstehe deshalb nicht, wie jemand auf den Gedanken kommen kann, dass wir kriminelle Machenschaften unterstützen werden. Die bei Facebook im Zusammenhang mit unseren Bemühungen um eine alte kranken Rotti-Hündin geposteten Aufforderungen, Menschen zu verfolgen, zu verprügeln, zu verjagen oder sie zu bestehlen sind nicht unser Stil. Wir werden weder die Adresse der Halter des Hundes veröffentlichen noch deren Namen preisgeben.

Wir erwarten, dass unsere Arbeit im Tierschutz ernst genommen wird, wir gehen respektvoll mit Menschen und Tieren um. Wir verstehen, dass tierlieben Menschen beim Anblick eines leidenden Tieres das Herz blutet, bestimmt ballt man auch oft genug die Faust in der Tasche - dort bleibt sie dann aber auch! Wir distanzieren uns von Menschen, die gewaltbereit sind und möchten in diesem Zusammenhang nicht wahrgenommen werden! Aus diesem Grund endet unser öffentliches Engagement für das Rotti-Mädchen an dieser Stelle. Wir werden intern weiterarbeiten, aber um die betroffenen Menschen zu schützen, nicht mehr darüber berichten.

 

(02.03.2018) Rottweiler - V

In den letzten Tagen hatten wir kaum Zeit an unseren anderen Projekten zu arbeiten, wir waren ständig mit der alten, kranken Rottweiler-Hündin in Alzey beschäftigt. Heute hatten wir einen Termin mit der Presse und einem Fotografen. Leider standen wir dann zwar mit einer großen Schar von Tierschützern und erbosten Bürgern vor der Hündin, der Vertreter des Veterinäramtes wollte aber nicht dazukommen. Er sprach zwar am Telefon mit dem Reporter, verwies aber darauf, dass er sich dazu erst am Montag äußern würde. Ein Anruf bei der Polizei mit der Bitte, doch das Veterinäramt über den sich ständig verschlechternden Zustand - mittlerweile läuft der Hund nur noch auf drei Beinen und das Auge ist massiv mit Eiter bedeckt - zu informieren, führte dazu, dass die Polizei uns mitteilte, dass der Herr vom Veterinäramt sie dahingehend geäußert habe, dass er den Hund erst einen Tag vorher gesehen habe und dass deshalb im Augenblick kein Handlungsbedarf bestünde. Dass sich die gesundheitliche Situation ganz offensichtlich verschlechtert hatte, konnten alle sehen, die tags zuvor schon mit diesem Herrn vor dem Hund gestanden hatten. Er wurde lange und ausführlich darüber informiert, dass die Situation des Tieres schon seit Jahren so schlimm gewesen sei und dies wohl auch gemeldet wurde.

Alle waren erbost und enttäuscht, dass sich ein Vertreter der Veterinärbehörde so benahm und niemand kam, der Rede und Antwort stehen wollte. Eine Dame versuchte deshalb den Zuständigen vom Veterinäramt selbst anzurufen, wurden aber sehr unfreundlich abgewimmelt und weggedrückt. So ein Verhalten eines Veterinäramt-Mitarbeiters ist unverschämt und muss natürlich nicht hingenommen werden. Die Dame war sehr ungehalten und stellte fest, dass dieser Herr doch aus unseren Steuern bezahlt würde und dem Bürger verpflichtet sein müsste. Sie habe so ein Verhalten noch nie erlebt und könne sich dafür auch keine Rechtfertigung vorstellen.

Natürlich haben wir auch versucht, mit der Besitzerin des Hundes zu sprechen. Man drückte mir ein Telefon in die Hand und die Besitzerin teilte mir mit, dass der Hund eingeschläfert werden sollte. Ich bat sie, das Tier an uns abzugeben, hatte damit aber keinen Erfolg. Ich reichte dann den Hörer an den anwesenden Reporter weiter. Ihm wurde gesagt, dass der Hund nicht eingeschläfert, sondern ein Behandlungsplan verfolgt und das Tier bei der Familie verbleiben würde. Was wir jetzt glauben sollen, wissen wir nicht und letztendlich ist es auch egal, denn sollte der Hund eingeschläfert werden, können wir nichts daran ändern und wenn er therapiert wird, dann hoffen wir, dass es ihm die Schmerzen nimmt. Die Haltungsbedingungen können wir wohl auch nicht ändern. Das Veterinäramt ist hier der Entscheidungsträger, es kann Auflagen verhängen und es kontrolliert diese nach. Es kann auch über eine Wegnahme entscheiden oder bestimmen, dass das Tier einem Tierarzt vorgestellt wird. Wir können nur darauf aufmerksam machen, dass unserer Meinung nach etwas im Argen liegt - ob es behoben wird oder überhaupt relevant ist, entscheidet das Amt! Wo kein Handlungsbedarf besteht, wird nichts passieren und wenn das Vet-amt schon Auflagen gemacht hat, dann werden die in nächster Zeit nachkontrolliert. Wir sehen das Hundchen offensichtlich mit ganz anderen Augen, für uns ist es kein Verwaltungsvorgang und deshalb blutet uns das Herz.

Mittlerweile habe ich ein Schreiben der Besitzer des Hundes vorliegen. Wir werden darauf hingewiesen, dass man es für unmenschlich erachtet, dass wir kranke Lügen verbreiten... Wir haben Gespräche angeboten, die zuerst angenommen und dann aber abgelehnt wurden. Man weist uns darauf hin, dass es nicht verboten ist, einen Hund im Freien zu halten, solange alles so abläuft, wie das Veterinäramt das wünscht, dies sei bei ihnen der Fall. Außerdem habe der Hund eine Garage zur Verfügung und man denkt, dass unser Kinderzimmer kleiner als diese Garage sei.

Es wird keinen Sinn haben, darauf zu antworten, denn das, was wir bemängeln, ist nicht einmal ansatzweise erwähnt worden. Wir hoffen darauf, dass wir das Veterinäramt/die Halterin mit unseren Anzeigen davon überzeugen können, dass wir als Bürger solche Haltungsbedingungen nicht hinnehmen werden. So wie es aussieht, wird das der alten kranken Hündin nichts mehr nützen, vielleicht können wir aber damit zukünftiges Leid verhindern.

Wir wissen, dass viele von euch sehr aufgebracht sind, es ist allerdings nicht zielführend, uns zu beschimpfen oder zu verlangen, dass wir uns nicht rechtskonform verhalten. Wir haben das Veterinäramt informiert und kümmern uns jeden Tag um diese schreckliche Geschichte. Es ist ausgesprochen ungerecht, wenn uns Zuschriften erreichen, in denen wir als untätig, inkompetent oder unwillig dargestellt werden. Wir schöpfen alle Möglichkeiten, die uns rechtlich zur Verfügung stehen, aus und arbeiten mit vielen freiwilligen Helfern daran, dass sich für den armen Hund etwas ändert. Wunder gibt es auch bei uns nicht und wenn sie jemand vollbringen kann, dann ist er uns herzlich willkommen! Bis dahin machen wir gute, transparente und nachvollziehbare Tierschutzarbeit. Ich werde ab jetzt also keine aufgebrachten Schreiber mehr beruhigen, die der festen Überzeugung sind, dass das Ordnungamt, der Bürgermeister oder das Fernsehen diesen Hund sofort herausgeholt hätten und wir die absoluten Versager sind. Wir haben im Augenblick Wichtigeres zu tun und diejenigen, die sich mit Tierschutzarbeit auskennen, wissen das auch. Ganz herzlich bedanken möchten wir uns bei allen, die unsere Arbeit mittragen, die uns Tipps geben, uns begleiten, motivieren und unterstützen - ohne euch wäre alles noch viel schwerer! Danke!

Für diejenigen, die sich bei mir beschwert haben, weil ich erwähnte, dass die türkische Kultur Hunde vielleicht anders sieht, als wir das hier gewöhnt sind - hier noch die Erklärung zu meiner Äußerung.

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(01.03.2018) Rottweiler - IV

Nachdem wir heute wieder mehrere Anrufe von besorgten Tierfreunden bekamen, die uns informierten, dass das arme Rottweiler-Mädel immer noch vor Kälte zitternd im Garten sitzen würde, haben wir uns entschlossen, die Polizei zu rufen und Anzeige zu erstatten. Die Polizei kam und informierte telefonisch das Veterinäramt, etwas später traf dann der Mitarbeiter ein, mit dem ich schon einige Tage zuvor gesprochen hatte und der die Sache bearbeitet. Wir und die Mitarbeiter des gegenüberliegenden Seniorenheims zeigten dem Herrn, dass das Rottweiler-Mädel noch immer entsetzlich fror, sie bebte am ganzen Körper, ihr Wasser war gefroren und nach Aussage der Mitarbeiter waren ihre Besitzer schon den ganzen Tag nicht im Haus. Die Rollläden am Haus waren geschlossen und auch das Klingeln blieb unbeantwortet. Das Rottweilerchen ist ganz offensichtlich sehr krank, es hinkt und hat eine große Umfangsvermehrung am Schwanzansatz. Wie wir erfuhren, hat es zudem noch Krebs.

Einen alten und dazu noch kranken Hund dieser Kälte auszusetzen, empfinden wir alle als unmenschlich, trotzdem sah der Mitarbeiter des Veterinäramtes keine Notwendigkeit, das Hundchen dort herauszuholen. Er meinte, dass der Hund, nachdem er zwei Tage zuvor weitaus niedrigere Temperaturen überstanden habe, in der kommenden Nacht wohl nicht sterben würde. Dass der Hund kein Wasser zur Verfügung hatte, sah er auch nicht so eng - man stirbt nicht, wenn man einen Tag nichts trinkt. Er sah keine Gefahr im Verzug und meinte, dass die Besitzer des Hundes morgen nochmal einen Besuch abgestattet bekämen und er dann bemängeln würde, dass seine Vorgaben nicht umgesetzt worden wären.

Niemand der Anwesenden verstand, was noch alles passieren müsste, um den Hund dort wegzuholen. Die empörten Leute fragten immer wieder, was denn passieren würde, wenn der Hund tatsächlich in der kommenden Nacht versterben würde. Der Mitarbeiter der Veterinärbehörde antwortete sarkastisch, dass er sich dann wohl geirrt hätte und ihn dann der Abdecker holen könnte. Alle waren geschockt von der offensichtlichen Roheit dieses Herrn, eine Frau fing an zu weinen und versuchte immer wieder, die Situation des Hundes zu beschreiben, da sie einfach nicht glauben konnte, dass ein Mitarbeiter der Veterinärbehörde das Leid des Tieres nicht sehen konnte. Tatsächlich hatte sie sogar schon Anfang Januar eine schriftliche Anzeige an das Veterinäramt geschickt und mehrfach angerufen. Andere Mitarbeiter des Altenheims meldeten sich ebenfalls zu Wort und schilderten, dass der Hund oft tagelang alleine sei, die Besitzer nicht daheim seien und er alleine zitternd vor der Balkontüre sitzen würde. Dieser Zustand sei dem Veterinäramt seit Jahren bekannt und niemand würde etwas unternehmen.

Wenn dann ein Mitarbeiter der Veterinärbehörde ständig von benötigten gerichtsverwertbaren Fakten spricht und nach einem Besuch, den er offensichtlich Anfang Januar bei den Haltern des Hundes gemacht hatte, nicht einmal wusste, dass es die von ihm in der Garage gesehene Heizung und eine isolierte Hütte gar nicht gibt, dann muss ich an der Sachkunde dieses Herren zweifeln. Seine Entschuldigung, dass er da wohl etwas falsch in Erinnerung gehabt hätte, macht die Sache nicht besser. Ganz offensichtlich sollte eine der von ihm ausgesprochenen Auflagen sein, dicke Wolldecken in das nicht isolierte Hüttchen zu stecken und dieses ebenfalls mit dicken Decken abzudecken. Auch hier stellten wir gewisse Diskrepanzen zwischen seinem Erleben und den nachweislich belegbaren Fakten fest. So behauptete er bei seiner Kontrolle zwei Tage zuvor eine weiche Flauschdecke auf der Hütte gesehen zu haben, die Mitarbeiter des Altenheims schworen allerdings Stein und Bein, dass von Anfang an nur zwei dünne Bettbezüge über der Hütte lagen. Als wir ihn baten, sich die Hütte durch den Zaun doch nochmal anzusehen und sich selbst davon zu überzeugen, dass es keine Flauschdecke gibt, konnte er das was wir alles sehen konnten, plötzlich nicht richtig erkennen...

Tatsächlich hat sich trotz aller Beschwerden beim Veterinäramt selbst in den letzten Tagen und trotz Auflagen gegen die Besitzer des Hundes offensichtlich nicht viel verändert. Die Garage ist am Rolltor ca. 5 cm offen, es zieht also gewaltig, die Hütte wurde nicht mit wärmenden Decken abgedeckt. Isoliert - so wie es das Gesetz vorsieht - ist sie sowieso nicht. Der Hund hat keinen Zugang zu frischem Wasser. Da die Besitzer den ganzen Tag über nicht daheim waren, konnte die Medikation des kranken Augen nicht vorgenommen werden, Kontakt zu einer Bezugsperson ist nicht möglich, wenn keiner daheim ist und frieren wird das Mädel vermutlich wohl, bis es endlich Frühling wird. Als eine Mitarbeiterin des Altenheims fragte, wie lange das denn jetzt so noch weitergehen sollte und wie lange das Veterinäöramt denn diesen Leuten noch Zeit geben würde, den Hund nach den bestehenden Gesetzen und Verordnungen zu halten - ob es denn letztendlich bis zum Sommer dauern könnte - da sagte man uns, dass man dann auch noch die Isolierung der Hütte verlangen würde - denn dann müsste der Hund gegen Hitze geschützt sein.

Wie schön, dass wir ein so umsichtiges Veterinäramt haben, das, so berichteten es die Mitarbeiter des Altenheims, seit Jahren von den krassen Haltungsbedingungen des Hundes weiß, Heizungen sieht, wo es keine gibt und sich in den letzten Jahren nicht um die Isolierung der Hundehütte - so wie vom Gesetz vorgesehen - gekümmert hat. Mal sehen, wie lange dieses Trauerstück noch geht. Die eine Dame, die diese Zustände auch angezeigt hatte, weinte noch immer und sagte dann irgendwann ganz verzweifelt, dass es wohl besser wäre, wenn der Hund stirbt, als ihm noch weiterhin ein solches Leben zuzumuten. Darauf hatte ich schon Tage zuvor im Veterinäramt eine Antwort bekommen. Ein Erfrierungstod soll ja ein angenehmer sein, wurde mir gesagt! Das war aber bestimmt auch sarkastisch gemeint...

 

*** Februar 2018 ***

(28.02.2018)  Rottweiler - III

Dass die ganze traurige Geschichte um das arme alte Rotti-Mädchen die Gemüter erhitzt hat, merken wir sehr deutlich. Täglich erreichen uns mehr Anrufe von aufgebrachten Nachbarn, Tierfreunden und Menschen, die ihre Hilfe anbieten. Wir versuchen zu erklären, dass wir - genauso wie das Veterinäramt - an Gesetze gebunden sind und nicht einfach das machen können, was uns eine Herzenssache wäre!

Um zu verstehen, was im Augenblick abläuft, braucht man erstmal einiges an Hintergrundwissen. Unser Leben in Deutschland ist von Gesetzen, Verordnungen, Bestimmungen usw. geprägt und so gilt für das Halten eines Hundes zum Beispiel auch die sogenannte Tierschutz-Hundeverordnung. Sie regelt unter §4 die Anforderung an das Halten eines Hundes im Freien:

Tierschutz-Hundeverordnung

§ 4 Anforderungen an das Halten im Freien

(1) Wer einen Hund im Freien hält, hat dafür zu sorgen, dass dem Hund

1. eine Schutzhütte, die den Anforderungen des Absatzes 2 entspricht, und

2. außerhalb der Schutzhütte ein witterungsgeschützter, schattiger Liegeplatz mit wärmegedämmtem Boden

zur Verfügung stehen. Während der Tätigkeiten, für die ein Hund ausgebildet wurde oder wird, hat die Betreuungsperson dafür zu sorgen, dass dem Hund während der Ruhezeiten ein witterungsgeschützter und wärmegedämmter Liegeplatz zur Verfügung steht.

(2) Die Schutzhütte muss aus wärmedämmendem und gesundheitsunschädlichem Material hergestellt und so beschaffen sein, dass der Hund sich daran nicht verletzen und trocken liegen kann. Sie muss so bemessen sein, dass der Hund

1. sich darin verhaltensgerecht bewegen und hinlegen und

2. den Innenraum mit seiner Körperwärme warm halten kann, sofern die Schutzhütte nicht beheizbar ist.

Wichtig ist ebenfalls noch der § 5:

§ 5 Anforderungen an das Halten in Räumen

(1) Ein Hund darf nur in Räumen gehalten werden, bei denen der Einfall von natürlichem Tageslicht sichergestellt ist. Die Fläche der Öffnungen für das Tageslicht muss bei der Haltung in Räumen, die nach ihrer Zweckbestimmung nicht dem Aufenthalt von Menschen dienen, grundsätzlich mindestens ein Achtel der Bodenfläche betragen. Satz 2 gilt nicht, wenn dem Hund ständig ein Auslauf ins Freie zur Verfügung steht. Bei geringem Tageslichteinfall sind die Räume entsprechend dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus zusätzlich zu beleuchten. In den Räumen muss eine ausreichende Frischluftversorgung sichergestellt sein.

(2) Ein Hund darf in Räumen, die nach ihrer Zweckbestimmung nicht dem Aufenthalt von Menschen dienen, nur dann gehalten werden, wenn die benutzbare Bodenfläche den Anforderungen des § 6 Abs. 2 entspricht.

(3) Ein Hund darf in nicht beheizbaren Räumen nur gehalten werden, wenn

1. diese mit einer Schutzhütte nach § 4 Abs. 2 oder einem trockenen Liegeplatz, der ausreichend Schutz vor Luftzug und Kälte bietet, ausgestattet sind und

2. außerhalb der Schutzhütte nach Nummer 1 ein wärmegedämmter Liegebereich zur Verfügung steht.

Und um den Fall der Rottweiler-Hündin abschließend beurteilen zu können, käme natürlich auch noch der § 2 in Betracht - hier (1 +3):

§ 2 Allgemeine Anforderungen an das Halten

(1) Einem Hund ist ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers oder einer Anbindehaltung sowie ausreichend Umgang mit der Person, die den Hund hält, betreut oder zu betreuen hat (Betreuungsperson), zu gewähren. Auslauf und Sozialkontakte sind der Rasse, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Hundes anzupassen.

(2) .... (in unserem Fall uninteressant)

(3) Einem einzeln gehaltenen Hund ist täglich mehrmals die Möglichkeit zum länger dauernden Umgang mit Betreuungspersonen zu gewähren, um das Gemeinschaftsbedürfnis des Hundes zu befriedigen.

Jetzt hattet ihr recht viel zu lesen, wisst aber, nach welcher Verordnung das Veterinäramt zu entscheiden hat.

Da die von uns vorgefunde Hundehütte nicht gedämmt war und in der Garage keine Heizung vorhanden ist, wird genau das der Punkt sein, an dem das Veterinäramt ansetzt. Ich bin ganz sicher, dass es für die Besitzer Auflagen gibt, die dafür Sorge tragen, dass dem Hund bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt nicht mehr 'das Blut in den Adern gefriert'.

Dass man von den Besitzern des Hundes Sofortmaßnahmen erwarten kann, ist klar, trotzdem wird im Normalfall auch eine Frist gesetzt, um die Auflagen zu erfüllen. Das Vet-Amt wird diese Auflagen nachkontrollieren und sollten sie nicht erfüllt werden, kann es eine Wegnahme des Hundes veranlassen.

Wer das jetzt alles weiß, der wird verstehen, dass es nicht möglich ist, einfach in ein Grundstück reinzuspazieren und sich den Hund unter den Arm zu klemmen. Alle Aktionen des zuständigen Amtes müssen gerichtsfest sein, das heißt, einer Überprüfung duch ein Gericht standhalten.

Veterinärämter sind genauso wie andere Behörden auch auf die Mithilfe der Bürger angewiesen. Ohne passende Informationen können sie gerade in einem solchen Fall nicht tätig werden. Ich habe in den letzten Tagen immer wieder gehört, dass das Veterinäramt seit ca. 9 Jahren über die Haltungsbedingungen des Hundes informiert war. Bisher hat sich allerdings niemand namentlich bei mir gemeldet, der in all diesen Jahren eine schriftliche Anzeige formuliert hat. Es ist uns also nicht möglich nachzuvollziehen, dass das Veterinäramt über den Fall informiert war und wusste, dass der Hund unter solchen unzureichenden Bedingungen leben musste. Als wir von dem Fall erfahren haben, wussten wir, dass das Veterinäramt Anfang Januar informiert worden und auch ein Mitarbeiter tätig geworden war. Ihm war wohl entgangen, dass es in der Garage keine Heizung und auch keine gedämmte Hütte gab. Unsere Informationen wurden aber gleich aufgenommen und haben garantiert auch zu einem 'Verwaltungsakt' geführt. Wie mir heute von Nachbarn berichtet wurde, ist die Hütte des Hundchens mit Handtüchern abgedeckt worden - so etwas könnte man zum Beispiel als eine Sofortmaßnahme bezeichnen.

Ich weiß, dass es für uns alle schwer zu ertragen ist, dass sich nicht blitzartig alles ändern kann - gerade bei Temperaturen, die sogar zeitweise unter -10 °C lagen. Ich kann an den Dingen, die in der Vergangenheit passiert oder eben auch nicht passiert sind, nichts mehr ändern. Wir setzen uns allerdings jetzt mit allem Nachdruck dafür ein, dass das alte und kranke Rottweiler-Mädchen wenigstens die Lebensbedingungen bekommt, die ihr vom Gesetz zugebilligt werden. Hätte man uns vor einigen Jahren schon informiert, gäbe es das jetzige Problem nicht! Ich möchte deshalb nochmal ganz herzlich darum bitten: Macht eure Anzeigen schriftlich und hakt nach. Lasst euch nicht abwimmeln, wenn ihr denkt, dass ihr im Recht seid und ruft uns an, wenn ihr selbst nicht weiterkommt. Wir helfen gerne!

 

(27.02.2018) Rottweiler - II

Wir hatten gestern viele Anrufe und Nachfragen wegen des Rotti-Mädchens. Ich bitte um Verständnis, dass wir uns im Augenblick dazu nicht äußern können. Wer uns kennt, der weiß, dass wir alles tun werden, um dem Hundchen zu helfen. Wir stehen mit der zuständigen Behörde in Verbindung und haben auch schon mehrere Vorschläge unterbreitet. Im Augenblick müssen wir abwarten und so schwer uns das auch fällt, wir können nichts beschleunigen oder erzwingen. Natürlich werden wir euch auf dem Laufenden halten.

Ich bin jedenfalls sehr glücklich darüber gewesen, dass so viele tierliebe Menschen Anteil am Schicksal der Hündin genommen haben. Ganz schade finde ich, dass wir erst vor wenigen Tagen von der mittlerweile 11 Jahre alten Hündin erfahren haben. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir viel früher eingreifen können. Wie mir durch viele Zuschriften und Telefonate mitgeteilt wurde, soll das Veterinäramt schon etliche Jahren über diese Hundehaltung und den erbärmlichen Zustand des Hundes informiert gewesen sein. Um niemandem Unrecht zu tun, wüsste ich gerne, wer wann und auch wo die Haltungsbedingungen angezeigt hat. Vielleicht erinnert sich ja auch noch jemand an den Namen des Sachbearbeiters oder hat seine Beobachtungen vielleicht ja sogar schriftlich formuliert und die Durchschrift noch vorliegen.

Dass die Mühlen der Behörden langsam mahlen, wissen wir alle, dass dieser Zustand allerdings wirklich schon 9 Jahre bekannt gewesen sein soll, kann ich mir kaum vorstellen. Bei dieser Gelegenheit muss einfach erwähnt werden, dass viele Menschen gar nicht wissen, wo man eine tierschutzrechtliche Anzeige machen kann. Das kann natürlich die Polizei oder die Staatsanwaltschaft sein, man kann sich aber auch direkt an des zuständige Veterinäramt wenden. Das Ordnungsamt ist die falsche Adresse für solche Anzeigen! Es empfiehlt sich, immer die Schriftform zu wählen, sonst weiß man hinterher oft genug nicht mehr, wann man eine Behörde informiert hat und wer der betreffende Sachbearbeiter war. Also kurz anrufen, Sachverhalt schildern, Namen des Sachbearbeiters notieren und alles nochmal schriftlich hinterherschicken. Natürlich darf man nach gegebener Zeit auch noch einmal nachfragen, ob die Sache schon bearbeitet wurde. Nach dem Informationsfreiheitsgesetz/ Landestransparenzgesetz ist die Behörde zur größtmöglichen Transparenz verpflichtet. Private Daten werden natürlich nicht bekanntgegeben, aber Informationen über den betreffenden Vorgang an sich kann man durchaus verlangen.

Dass man sich nicht 'abwimmeln' lassen muss, versteht sich von selbst. Was mir gestern und heute im Bezug auf Behörden geschildert wurde, kann ich nicht nachprüfen und manches erscheint mir geradezu unglaublich. "Kümmern sie sich nicht weiter darum, wir haben das alles schon auf dem Tisch." ist zum Beispiel niemals eine Antwort, die mein Interesse an einer Sache erlöschen ließe. Vielmehr würde mich dann interessieren, wer die Sache bearbeitet, ob Maßnahmen zur Verbesserung des geschilderten Zustands unternommen wurden, wie er von dem betreffenden Sachbearbeiter rechtlich bewertet wird und natürlich würde ich, wenn ich bemerke, dass der Missstand nicht abgestellt ist, immer wieder schriftlich nachfragen. Manchmal empfiehlt es sich auch, einen Tierschutzverein um Unterstützung zu bitten. :)

Ganz wichtig ist allerdings auch, dass man entschlossen genug ist, auch mal seinen Namen zu nennen. Anrufe, bei denen ich mit Leuten reden soll, die ihre Telefonnummer unterdrücken und nicht einmal ihren Namen sagen, behandle auch ich mit größter Vorsicht. Man kann immer sagen, dass man nicht möchte, dass der eigene Name genannt wird, aber wer sich nicht einmal zu erkennen gibt, darf nicht darauf zählen, dass seine 'Anzeige' ernst genommen wird. Weder wir noch die Behörden haben Zeit und Lust, uns um Nachbarkeitsstreitigkeiten zu kümmern. Wer ein ernsthaftes Anliegen hat, hat keine Probleme, seinen Namen zu nennen, denn derjenige steht zu seiner Überzeugung und vertritt diese auch. Trotzdem kann sich bei uns natürlich auch jeder darauf verlassen, dass wir seinen Namen nicht preisgeben, wenn er das nicht möchte.

 

(26.02.2018) Rottweiler - I

Eine der undankbarsten und auch schwierigsten Arbeiten im Tierschutz ist es sicherlich, privaten Hinweisen von Mitbürgern nachzugehen, die von gequälten, vernachlässigten oder hungernden Tieren berichten. Das persönliche Empfinden deckt sich leider nicht immer mit den gesetzlichen Vorschriften und so führen wir oft erklärende Gespräche, die für die aufgebrachten Tierliebhaber und natürlich auch für uns sehr unbefriedigend sind. Oft würden wir gerne mehr tun, sind aber an Gesetze und Verordnungen gebunden, die zum Beispiel die Haltungsbedingungen der Tiere regeln.

Auch heute sind wir wieder an die Grenzen des für uns Machbaren gestoßen und sind sehr betroffen darüber, dass ein Tier leiden muss, ohne dass wir dies sofort ändern können.

Gestern erreichten uns fast gleichzeitig zwei Anzeigen mit gleichem Inhalt. Ein Rottweiler-Mädchen würde bei diesen Temperaturen im Freien gehalten werden, es sei dünn und habe gesundheitliche Probleme. Man habe seit Monaten versucht, mit den türkischen Besitzern zu reden, diese wären allerdings unkooperativ und nicht besonders freundlich gewesen.

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Gerade wegen der Temperaturen, die im Augenblick nachts weit unter dem Gefrierpunkt liegen, ist in einem solchen Fall natürlich Eile geboten und so sind wir sofort zu der angegebenen Adresse gefahren. Dort fanden wir ein recht mageres, über 10 Jahre altes Rotti-Mädchen in einem Garten vor, die Maus fror erbärmlich und bibberte auf der gefrorenen Erde zusammengekauert vor sich hin. Als wir aus dem Auto stiegen, kam sie direkt an den Zaun und bettelte, ganz offensichtlich hatte sie Hunger und suchte dringend menschliche Nähe. Wir sahen, dass sie hinkte und eine große Umfangsvermehrung an der Schwanzwurzel hatte. Ihr eines Auge war komplett verklebt und verkrustet. Der Anblick des Hundes war erbarmungswürdig. Bei einer am Haus angebauten Garage stand die Tür offen, ganz offensichtlich konnte das alte Mädchen sich auch in der Garage aufhalten.

Nachdem wir uns ein Bild von der Situation gemacht und mittlerweile auch mehrere Anwohner unseren Tierschutzbus entdeckt hatten, wurden wir von ihnen darüber unterrichtet, dass Anfang Januar und auch erst wieder vor einigen Tagen das Veterinäramt Alzey informiert worden sei, es habe sich allerdings bisher nichts verändert. Natürlich versuchen wir in einer solchen Situation sofort mit den Besitzern des Hundes zu sprechen und klingelten deshalb an dem betreffenden Haus. Die Türe wurde geöffnet und wir stellten uns vor, erklärten unser Anliegen und fragten, ob wir uns die Garage und den Hund mal näher ansehen dürften. Die Frau lief barfuß im mollig warmen Haus herum und musste sich erstmal eine Jacke holen und warme Schuhe anziehen, währenddessen konnte ich das Rottweiler-Mädchen durch den Hausflur und die Balkonscheibe sehen. Sie drückte sich feste gegen das Glas und zitterte - es sah aus, als ob sie versuchen würde, etwas von der Wärme des Hauses abzubekommen. Die Frau würdigte sie keines Blickes, zog die Schuhe und die Jacke an und öffnete das Garagentor.

Natürlich war es in der Garage nicht wärmer als draußen, auf dem Boden lagen zwei alte Knochenstücke, an der Garagenwand befand sich ein dreckiges Sofa und direkt vor der Tür stand eine nicht isolierte Hundehütte mit einer großen Öffnung - ein Lappen lag auf dem Boden, kein Kissen, keine Decke, kein Vorhang um die Wärme in der Hütte zu halten, zwei völlig verdreckte leere Näpfe standen am Boden, nicht einmal Wasser stand zur Verfügung. Wir baten darum, dem Hund direkt Wasser zu geben und erklärten, dass es für einen kurzfelligen Hund bei diesen Temperaturen eindeutig zu kalt sei, um ihn im Freien zu halten und dass es eine Verordnung gäbe, die die Unterbringung von Hunden regeln würde. Eine nicht isolierte Hundehütte, die der Hund niemals mit seiner eigenen Körperwärme erwärmen kann, ist nicht ausreichend. Eine offene ungeheizte Garage bietet keinen Schutz und dass der Hund erbärmlich frieren würde, könnte sie ja doch auch selbst sehen. Sie lachte, als ich ihr sagte, dass sie doch auch die Kälte spüren würde und sich extra eine Jacke und Schuhe angezogen habe, um nach draußen zu gehen. Das Hundemädchen hätte weder eine warme Hütte, in die sie sich legen könnte, noch eine Jacke oder gar Wasser zum Trinken. Die Reaktion war ein Lachen und der einfache Kommentar "Hund"!

Wir baten darum, den Hund mit ins Haus zu nehmen, ganz offensichtlich verschreckte unser Auto und unser Besuch die Dame dann doch etwas, sie holte den Hund ins Haus. Allerdings war er, nachdem wir weg waren, natürlich wieder draußen, das berichteten uns jedenfalls die Nachbarn.

Wir fuhren nach dem Besuch bei dem armen Rotti-Mädel direkt zum Veterinäramt und versuchten in Erfahrung zu bringen, was man dort für das Hundchen tun würde, immerhin wussten wir ja, dass schon Anfang Januar Anzeigen eingegangen waren. Der zuständige Mitarbeiter kannte den Vorgang und erzählte mir, dass man schon tätig geworden sei. Allerdings müsse man natürlich alle Gesetze einhalten und alles, was man verlangen würde, müsse letztendlich auch einer gerichtlichen Überprüfung standhalten.

Das ist uns natürlich durchaus bewusst, wir können allerdings nicht verstehen, dass bei angekündigten Temperaturen, die bis auf unter minus 10 °C abfallen sollten und Dauerfrost, der auch tagsüber alles vor Kälte klirren lässt, niemand die 'Gefahr im Verzug' für den Hund sieht. Ich hatte ein langes Gespräch mit dem Mitarbeiter des Veterinäramtes und vielleicht haben es ihm unsere Informationen möglich gemacht, dem armen Hundchen wenigstens einen warem Schlafplatz zu bescheren. Tatsächlich wäre es aber auch nötig, das Tier beim Tierarzt vorzustellen, das Hinken und die Umfangsvermehrung am Schwanz müssten dringend abgeklärt werden und natürlich sollte das Auge behandelt werden.

Tatsächlich können wir nun kaum noch etwas machen, das Veterinäramt ist die zuständige Behörde, sie muss tätig werden. Nur wenn wir denken, dass man sich nicht ausreichend um einen Fall kümmert, könnten wir noch eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Landrat einreichen. Diese würde dann zur Stellungnahme wieder an das Veterinäramt zurückgeschickt werden... Natürlich könnten die Anwohner oder wir jederzeit auch eine Anzeige bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft gegen die Halter des Hundes erstatten. Die Anzeige würde dann von der Staatsanwaltschaft an das Veterinäramt zur Prüfung des Sachverhaltes weitergegeben...

Im Prinzip bleibt uns nur die Hoffnung, dass das Hundchen in den nächsten Tagen nicht erfrieren wird, das Veterinäramt schnell eine gute Lösung für das Tier durchsetzen kann und natürlich, dass die Nachbarn weiterhin wachsam sind und uns oder das Veterinäramt informieren, sollte es dem Hund weiterhin schlecht gehen oder sich die Situation sogar noch zuspitzen.

Wir sind sehr traurig, dass wir nicht mehr für das alte Mädchen machen konnten und hoffen, dass sie die nächsten Tage gut übersteht. Wir haben dem Veterinäramt mitgeteilt, dass wir bereit sind, eine isolierte Hundehütte zur Verfügung zu stellen. Wir spenden Hundehütten für Spanien, natürlich können wir auch diesem armen Hundchen eine tolle Hütte bauen. Uns ist es egal, ob wir die Kosten dafür ersetzt bekommen, oder ob der Mann der Familie auch selbst in der Lage wäre, eine Hütte zu bauen. So wie es aussieht, ist das die einfachste Lösung des Problems. Da man uns gebeten hat, die Halter des Hundes nicht mehr zu kontaktieren, hoffe ich, dass das Veterinäramt unser Angebot weitergibt.

 

(23.02.2018) Lobi - Nachtrag

Valentin geht es prächtig und auch Lotti, wie sie jetzt heißt, hat ihre Operation wunderbar überstanden. Karin vom Tierschutz Wörrstadt erzählte mir gestern, dass die süße Maus sich wunderbar mit den anderen Hunden versteht und sogar mit einem Rüden das Körbchen teilt. Wir sind sehr dankbar, dass alles so gut verlaufen ist und die riesige Umfangsvermehrung gutartig war. Natürlich wurde Lotti bei dieser Gelegenheit auch gleich kastriert. Wir alle hoffen nun, dass sich für das alte Mädchen ganz schnell ein endgültiges Zuhause findet, sie hat es verdient, dass man endlich achtsam und respektvoll mit ihr umgeht.

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(20.02.2018) Valentin - Nachtrag

Valentin's Pflegemutter hat uns ein Foto von dem Kleinen beim Spazierengehen geschickt. So schön warm eingemummelt kann er sich ganz bestimmt nicht erkälten!

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Die OP hat er wirklich gut verkraftet und eingelebt hat er sich mittlerweile auch. Die Pflegemutter sagte, dass er sich so benehmen würde, als ob er schon immer bei ihr gewesen sei. Noch etwas mehr als 2 Wochen, dann ist der lästige Kragen ab und der Wicht kann wieder ganz unbeschwert durch die Gegend hüpfen. Wir hoffen, dass ihm wenigstens etwas an Sehkraft auf dem operierten Auge geblieben ist und das Äugelchen nicht irgendwann doch noch ganz entfernt werden muss. Im Augenblick sieht es auf jeden Fall sehr gut aus.

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(18.02.2018) Lobi

Heute haben wir uns dann wie versprochen auch noch um den zweiten Hund der ehemaligen Besitzer von Valentin gekümmert. Es ist ein ca. 11 Jahre altes Bulldoggen-Mix-Mädchen - weder kastriert noch geimpft - dafür aber mit einer riesigen Umfangsvermehrung an einer Zitze. Dass man einem Tier nicht hilft und mitansieht, wie sich ein Tumor in dieser Größe entwickelt, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben. Zu argumentieren, dass man ja nicht wisse, ob nach einer Entfernung eines solchen Tumors dieser nicht nochmal nachwachsen würde, ist für mich der blanke Hohn. Mit diesem Geschwätz kann man sich aus allem rausreden, deshalb habe ich mir wieder einmal auf die Zunge gebissen, wir haben den Hund geschnappt und das arme Mädchen zu unseren Tierschutzkollegen nach Wörrstadt gebracht. Karin und Christian waren so lieb, uns mit Lobi weiterzuhelfen. Wir hätten es finanziell einfach nicht geschafft, wollten aber das alte Hundchen nicht länger bei der ehemaligen Familie lassen. Lobi ist genau wie Valentin nicht geimpft, sie hat keinen Pass und natürlich auch keinen Chip. Das Tierheim in Wörrstadt hat mit der für das Gesäuge anstehenden OP nun genauso wie wir für Valentins Auge massive Kosten aufzuwenden. Darüber machen sich Menschen, die Hunde in einen solchen Zustand kommen lassen, aber grundsätzlich nie Gedanken. Ausbaden müssen es immer die Tiere und bezahlen werden es die Menschen, die Mitleid mit so einem armen Geschöpf haben.

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(14.02.2018) Valentin

Heute am Valentinstag haben wir alle an unsere Liebsten gedacht, ihnen eine Freude gemacht, Blümchen verschenkt oder wie bei uns - einen Hund geschenkt bekommen.... Seit Edy's Tod suchten wir wieder eine ganz arme Socke, der wir noch eine schöne Zeit schenken können. Es sollte ein Hundchen sein, dass bisher nicht viel Glück hatte, vielleicht krank ist oder wegen des Alters keine Vermittlungschancen mehr hat. Wir haben uns in spanischen Tierheimen umgesehen und dann unglaublicherweise das arme Mäuschen in Deutschland gefunden.

Wir kamen gerade von einem sonnigen Spaziergang mit unseren Hunden zurück, als mein Telefon klingelte. Frau Dr. Weber bat uns zu kommen, man habe einen Hund, der abgegeben werden sollte. Natürlich sind wir sofort nach Alzey gefahren und fanden dort einen winzigen Chihuahua-Buben mit einem geschwollenen, blutigen Auge vor. Die Eigentümer wollten die Operationskosten für die Augenentfernung nicht mehr tragen, der Hund sei fast 9 Jahre alt und der Mann sagte, dass er sich sowieso nichts aus Hunden machen würde und der Hund von seiner Frau mit in die Ehe gebracht worden sei.

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Dass der Wicht in den letzten Jahren nicht entwurmt oder geimpft wurde, brauchen wir nicht zu erwähnen, dass sein Penis und die Vorhaut geschwollen und entzündet waren, war gar nicht aufgefallen und der alte Impfpass konnte natürlich auch nicht mehr gefunden werden. Die "Sache mit dem Auge" habe man erstmal gar nicht bemerkt, eine Behandlung oder OP sei aber einfach zu teuer und da man Sozialhilfe beziehen würde, wäre das einfach nicht drin. Es fällt mir schwer, so etwas kommentarlos hinzunehmen, hauptsächlich wenn die Leute mit einem wirklich guten Van angefahren kommen und die Frau eine original Prada-Jacke trägt. Wir erklärten, dass bei der Abgabe eines kranken Hundes hohe Kosten auf unseren kleinen Tierschutzverein zukommen würden und wir erwarteten, dass man sich an den Kosten beteiligte. Die Brieftasche wurde gezückt und Uwe bekam einen Hunderter in die Hand gedrückt. Gleichzeitig wurde uns ein Schreiben des Sozialamtes vorgelegt, ganz offensichtlich hat das nette Paar eine neue Wohnung in Aussicht. So fragte man gleich mal nach unserer Telefonnummer, denn zuhause warte nämlich noch ein weiterer Hund, der dann zum Umzugsdatum ebenfalls an uns übergeben werden soll. Manchmal fällt es mir schwer, mit meiner Meinung hinterm Berg zu halten, heute gelang mir das allerdings recht gut. Ich fragte nach der Größe und dem Alter des zweiten Hundes. Schnell wurden schicke teure Handys gezückt und die erfolglose Suche nach einem Foto begann.... Nun, wir wissen jetzt, dass es sich um einen Boxer-Malteser-Mix handelt und so wie uns erzählt wurde, kann man sich über die Eltern des Hundes ganz sicher sein, immerhin war die Paarung der Hunde wohl auf einem Familienfest unter allgemeiner Belustigung der Gäste vonstatten gegangen. Auch hierzu habe ich keinen Kommentar abgegeben, sondern die Zähne fest zusammengebissen. Das Hundchen soll ca. 6 Jahre alt sein und wird uns in den nächsten Wochen übergeben werden. Der Mann sagte, dass er nicht wisse, was er mit dem Hund machen solle, man müsste ihn sonst im Tierheim abgeben, aussetzen wollte man ihn nicht. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie klang das in meinen Ohren wie eine Drohung.

Der winzige Chi-Junge, für den wir sofort einen Abgabevertrag gemacht haben und der jetzt der Tierhilfe Phönix gehört, blieb jedenfalls erstmal in der Praxis in Alzey. Frau Dr. Weber wollte ihn heute direkt operieren und wir hoffen, dass wir ihn morgen schon wieder abholen können. Es wäre ein Wunder, wenn sein Äugelchen zu retten wäre. Der arme Kerl muss über einen langen Zeitraum schreckliche Schmerzen gehabt haben. Vielleicht ist es möglich gewesen, gleichzeitig seinen Penis und die Vorhaut zu behandeln, einen Chip zu setzen und nach den Zähnen zu sehen. Morgen wissen wir mehr.

Dass nun massiv Kosten auf uns zukommen werden, ist klar. Wir sind froh und dankbar, dass Edy's Paten sich alle bereit erklärt haben, ihre Patenschaft auch auf den nächsten Dauerpflegi zu übertragen. So werden wir die zukünftig für den Winzling anfallenden Kosten decken können. Wir hoffen, dass unsere Mitglieder uns vielleicht noch einen kleinen Zuschuß zu den OP-Kosten spenden werden, der Bub muss ja auch noch kastriert und geimpft werden. Da ein solches Hundchen bei uns ein neues Leben anfängt, bekommt es natürlich auch einen neuen Namen. Unser neuer Glückpilz heißt ab heute Valentin - aber das habt ihr euch bestimmt schon gedacht! Ganz herzlichen Dank an unsere liebe Pflegestelle, die sich spontan bereit erklärt hat, Valentin erstmal aufzunehmen und ihn jetzt während der Nachsorge liebevoll und kompetent betreuen wird.

 

(05.02.2018) Spendenlieferungen in Spanien angekommen

Heute ist endlich das von euch gespendete und in der Protectora Villena heiß ersehnte Hundefutter vom Tierschutz-Shop angekommen. Die Freude war riesengroß und ich soll euch von den spanischen Tierschützern ganz herzlich Danke sagen. Die drei Paletten kamen genau zur richtigen Zeit, die Protectora ist überfüllt und das Futterlager war leer. Jetzt können sich alle Hunde und Katzen die Bäuche vollschlagen. Auch von uns - nochmal ganz herzlichen Dank an alle Spender!

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Fast gleichzeitig mit dem Futter kamen übrigens auch die Paletten mit den Latex-Handschuhen an. Ich denke, dass die Protectora diese riesige Lieferung bestimmt mit anderen Tierheimen teilen wird. Die Handschuhe sind überall Mangelware und müssen teuer zugekauft werden.

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Auf jeden Fall war es heute mal ein toller Tag für die ganzen Mitarbeiter der Protectora. Ohne Hilfe von ehrenamtlichen Mitarbeitern, tierlieben Spendern im In- und Ausland und Tierschutzorganisationen, die die überzähligen Hunde in ihren Heimatländern vermitteln, gäbe es die Protectora Villena in der heutigen Form nicht mehr. Wir alle haben in den letzten Jahren mit aller Kraft darum gekämpft, dass dort keine Tiere getötet werden mussten, dass es eine Erweiterung der Anlage gab und mittlerweile sogar eine Quarantänestation mit einer fest angestellten Tierärztin vorhanden ist. Wir alle können sehr stolz auf das Erreichte sein, sind uns aber auch durchaus bewusst, dass wir oft noch am Abgrund jonglieren und die Probleme, die ständig von außen herangetragen werden, nicht immer lösbar sind. So stellen die vielen Jagd- und Windhunde, die zur Zeit die Tierheime und Tötungen überrollen, durchaus ein zum Teil unlösbares Problem dar. Die enormen Tierarzt- und Futterkosten übersteigen die Möglichkeiten der Tierschützer und so müssen wir, wie seit Jahren immer wieder, zusehen, wie Hunde sinnlos sterben, weil Menschen gewissenlos handeln, brutal Töten und Verstümmeln und schlichtweg zu wenig Platz, Geld und Abnehmer für die Hunde da sind.

Eure Spenden helfen immer wieder Tiere zu retten, sie zu füttern, tierärztlich zu versorgen und letztendlich natürlich auch, sie zu liebevollen Menschen zu vermitteln. Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir seit Anfang des Jahres so viele wunderbare neue Zuhause für unsere Hundchen finden konnten. Jeder Hund, der Spanien verlassen kann, macht Platz für einen, der wieder eine Chance bekommt

 

*** Januar 2018 ***

(19.01.2018) Vereins-Stammtisch

Regelmäßig treffen wir uns mit unseren Mitgliedern und interessierten Tierschützern zu einem Stammtisch. Heute waren wir wieder in Armsheim in der Wiesbachtalstube zu Gast. Wie immer wurden wir freundlich und gut bewirtet - die Portionen sind riesig, die Herren der Schöpfung sind glücklich und für uns Frauen empfiehlt es sich wirklich, den Kinderteller zu bestellen! In einer lustigen Runde hatten wir ausreichend Zeit, die nächsten Aktivitäten der Tierhilfe Phönix zu besprechen und die Dinge, die im letzten Jahr passiert sind, revue passieren zu lassen. Es war ein toller, informativer Abend mit ganz lieben Menschen, für den wir uns ganz herzlich bei allen Anwesenden bedanken möchten!

 

 

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aktualisiert am 26.08.2018

 

 

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